Amnesty International - Hochschulgruppe Zürich
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Jahresbericht 2015

05. Februar 2016

6.-7. März: Gruppenwochenende Genf (Filmfestival zum Thema Menschenrechte)

Wir fuhren für ein gemeinsames Wochenende nach Genf zum "International Film Festival and Forum on Human Rights“. Am Freitagabend schauten wir uns den Film „Enfants forçats“ an. Der Regisseur Hubert Dubois zeigt eindrücklich, dass 115 Millionen Kinder auf der ganzen Welt unvorstellbar harte Arbeit leisten. Kindersklaven schuften in Fabriken in Indien, minderjährige Goldgräber werden in den Minen von Burkina Faso ausgebeutet, Jungen und Mädchen durchwühlen Müllhalden in der Dominikanischen Republik und mexikanische Kinder leisten Schwerstarbeit auf Feldern im Süden der Vereinigten Staaten. Der Film demonstriert den Teufelskreis der Armut: Ein Kind, das arbeitet, geht nicht in die Schule, und weil es nicht in die Schule geht, wird es arm bleiben. Mit der Unterzeichnung der Konvention 182 der Internationalen Arbeitsorganisation haben sich zahlreiche Regierungen verpflichtet, bis zum Jahr 2016 mit der Ausbeutung von Kindern Schluss zu machen - eine Utopie? Diese und weitere Fragen wurden im Anschluss an den Film bei einem spannenden Podium besprochen.

26. März: EMRK Infoveranstaltung

"Landesrecht vor Völkerrecht" nennt sich die Initiative, welche die SVP am 10. März 2015 lanciert hat. Doch was steckt dahinter? Was ist dran an der Aussage, dass fremde Richter über unser Recht bestimmen? Kern der Debatte bildet die Europäische Menschenrechtskonvention, kurz EMRK, die von der Schweiz 1974 ratifiziert wurde. Doch was ist die EMRK genau? Welche Konsequenzen würde eine Annahme der Initiative nach sich ziehen? Diese und andere Fragen wurden an der Infoveranstaltung über die Bedeutung dieser Menschenrechtskonvention für die Schweiz von dem Experten für die EMRK und Präsident von Schutzfaktor M, Henry Both, beantwortet. Die Veranstaltung war gut besucht und hat uns gezeigt, dass sich viele Studenten genauer über das Thema informieren wollen.

6. Mai + 8.Mai : Spendenaktion für die Erdbebenopfer von Nepal

Zusammen mit SI Recht (Studentische Interessengemeinschaft Recht) führte unsere Gruppe im Lichthof der Uni Zürich eine Spendenaktion mit Kuchenverkauf für die Erdbebenopfer in Nepal durch. Spontane Unterstützung erhielten wir von Cakefriends Zürich AG, die sich bereit erklärten uns ihre Kuchen vom Vortag zur Verfügung zu stellen. Den Studierenden war es selbst überlassen, welchen Betrag sie spenden wollten. Insgesamt kamen CHF 1600.- zusammen. Ein voller Erfolg! Die Hälfte des Erlös aus dem Verkauf ging an das Hilfswerk CARITAS Nepal, Schwesterorganisation der CARITAS Schweiz, die sich vor Ort in der Rettungshilfe engagiert und die Notleidenden mit Trinkwasser, Medikamenten, Nahrungsmitteln und weiteren Gütern des täglichen Bedarfs versorgte. Die anderen CHF 800.- wurden direkt an ein Bergdorf in Nepal geleitet, mit dem schon vor der Spendenaktion Kontakt geknüpft wurde.

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10. Mai: Jugendliche Asylsuchende besuchen den Zoo in Zürich

Der Zoobesuch mit den Jugendlichen vom Asylzentrum Lilienberg wurde nach einer aufwendigen Organisation doch noch zu einem gelungenen Ausflug. Mit 25 Jugendlichen, zwei Sozialarbeiter und sieben Mitglieder unserer Gruppe erkundeten wir die Vielfalt des Zürcher Zoos. Für viele Asylsuchende war der Besuch eines Zoos eine Premiere und dementsprechend freuten sie sich sehr. Für uns war es auch eine ausserordentliche Erfahrung, da wir die Jugendlichen den ganzen Tag begleiteten und interessante Gespräche führen konnten. Trotz kurzer Aufenthaltsdauer haben sich viele von ihnen schon solide Deutschkenntnisse angeeignet. Diese Jugendlichen kommen ohne Eltern in die Schweiz und es fehlt ihnen dadurch oft eine Bezugsperson. Dies wurde uns bewusst, als wir sahen, dass sich die älteren Jugendlichen mit viel Warmherzigkeit um die jüngeren Kinder kümmerten.

19. Mai: Filmvorführung Burgos

In Zusammenarbeit mit der International Coalition for Human Rights in the Philippines und dem Gemeinrat der Genossenschaft Kalkbreite zeigte die Amnesty Unigruppe den Film Burgos. Der Film handelte vom Kampf des entführten Philippinische Landrechtsaktivist Jonas Burgos, um Menschenrechte auf den Philippinen, und um die Suche seiner Mutter nach Gerechtigkeit. Im Anschluss an den Film fand eine Diskussion mit Edith Burgos, der Mutter von Jonas, statt. Sie schilderte nochmals eindrücklich, wie stark und unermüdlich sie sich mit ihrer Familie für die Suche nach Jonas einsetzt.

16. Oktober: Urgent Action zum Abtreibungsgesetz in Irland

Das Thema Abtreibung ist nach wie vor sehr umstritten. In Irland kann eine Frau nur abtreiben, wenn sie in Lebensgefahr schwebt. Ansonsten droht ihr eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren. Um den Schwangerschaftsabbruch zu entkriminalisieren muss das Abtreibungsgesetz in Irland gelockert werden. Deshalb führten wir beim Eingang der Uni Zürich eine Unterschriftensammlung zu einer Petition durch, die an den Ministerpräsident von Irland geschickt wird. Dadurch wird er aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu ändern, um den Frauen einen sicheren und legalen Zugang zum Schwangerschaftsabbruch zu garantieren. An diesem Tag sammelten wir fast 200 Unterschriften. Zusätzlich zu diesem Erfolg entstanden spanende Diskussionen mit Befürworter sowie Gegner von Abtreibung.

22. und 23. September: Students for refugees

Zusammen mit dem Verein Pro Refugees und SI Recht haben wir aufgrund der Flüchtlingskrise im Lichtsaal der Universität Zürich eine Spendenaktion mit Kuchenverkauf organisiert. Da sich das Konzept vom letzten Kuchenverkauf bewährt hat, wurde der Anlass im selben Stil organisiert. Die Studenten zahlten für ihre Kuchenstücke so viel wie sie wollten. An den beiden Tagen sind mehr als CHF 4000.- Spenden zusammengekommen. Damit die Einnahmen aus dem Kuchenverkauf nicht in irgendwelchen Verwaltungen versanden, ging der gesamte Erlös an „Tsüri hilft!“. Ein Teil der Gruppe begab sich am 10. Oktober mit einem Hilfskonvoi in Richtung Osten und versorgte dort die Menschen mit Gütern des täglichen Bedarfs. Der Erlös wurde vor allen Dingen für Medikamente und Nahrungsmittel eingesetzt.

7. November: Netzwerktreffen Asyl, Migration und Diskriminierung

Um sich bei der Freiwilligenarbeit mit Flüchtlingen besser zu vernetzen nahmen einige Mitglieder unserer Gruppe am Netzwerktreffen im Bern teil. Verschiedene Vereine, wie zum Beispiel das Solinetz, und Privatpersonen haben dort ihre Projekte und ihr Engagement vorgestellt. Anschliessend diskutierten die Teilnehmenden über die aktuellen Herausforderungen in Europa und in der Schweiz und tauschten sich über die Rolle der Zivilgesellschaft aus. Wir stellten unser Projekt mit den Jugendlichen vom Asylzentrum Lilienberg vor. Dabei gingen wir sowohl auf positive als auch auf negative Punkte ein, die wir aus unserer Erfahrungen gesammelt haben. Der Tag war sehr bereichernd und es fanden viele spannende Gespräche mit Leuten aus der ganzen Schweiz statt.



16. – 19. November: Erst Menschen, dann Grenzen schützen

Die Hochschulgruppe zeigte im Rahmen von "Erst Menschen dann Grenzen schützen" im Foyer West der Universität Zürich Bilder der Flucht. Der griechische Fotojournalist Giorgos dokumentiert seit sieben Jahren die menschlichen Dramen, die sich an Europas Aussengrenzen abspielen. Seine Fotos geben einen eindrücklichen Einblick in das Leben der MigrantInnen und Flüchtlinge beim Versuch nach Europa zu gelangen. Diese sollten bei den Studierenden vor allem eins bewirken: Bewusstsein darüber schaffen, dass niemand freiwillig flieht! Allein letztes Jahr starben etwa 3'500 Menschen beim Versuch das Mittelmeer zu überqueren. Kein Mensch nimmt diese gefährliche Reise ohne triftigen Grund auf sich.

26. November: Afghanistan – eine Reisereportage in Bild und Ton

Beim Vortag von Khaled Waziri, freier Journalist aus Hamburg mit afghanischen Wurzeln, ging es vor allem um die Menschen in Afghanistan, die eine fast unbegrenzte Gastfreundschaft haben. Hierbei erzählte Waziri authentisch von seinen eigenen Erfahrungen, der Armut sowie den Sorgen und Ängsten der Menschen. Da er in den vergangenen Jahren immer wieder für längere Zeit sein Herkunftsland bereiste, ermöglichte dieser Begegnungsabend dem Publikum einen Blick hinter die konventionellen Schlagzeilen und Medienberichte über Afghanistan. Nach einem sehr informativen Referat stellten die Zuschauer viele Fragen. Man merkte, dass die Leute über ein sehr grosses Interesse an der Thematik verfügten. Somit verlagerte sich die Diskussionsrunde anschliessend auf den Apéro.

29. November: Guetsli backen im Asylzentrum Lilienberg

Wie immer in den letzten paar Monaten besuchte unsere Gruppe auch diesen Monat wieder die Jugendlichen vom Asylzentrum Lilienberg. Einen Teil unserer Besuche beinhaltet, dass wir die Möglichkeit haben uns kulturell auszutauschen. Welche Traditionen sind also in der Schweiz während der Adventszeit besonders schön? Natürlich das „Guetseln“! Mailänderli, Zimtssterne und Brunzli wurden in der grossen Küche ausgestochen, verziert und gebacken. Alle waren sehr begeistert und mit viel Motivation dabei. Da wir in der Backstube eine grosse Menge Guetsli produzierten konnten die Jugendlichen einen Teil für den bevorstehenden Weihnachtsmarkt gebrauchen. Zu Tee und kurdischen Tanzeinlagen einiger Jungs liessen wir den friedlichen Nachmittag ausklingen.

10. Dezember: Tag der Menschenrechte

Am 10. Dezember war unsere Hochschulgruppe wie jedes Jahr am Tag der Menschenrechte mit einem Briefmarathon am Eingang des Hauptgebäudes vertreten. Bei einem Briefmarathon werden zu etwa vier aktuellen Menschenrechtsfällen aus aller Welt Briefunterschriften gesammelt. Diese Briefe werden anschliessend an die Regierung, die Staatsanwälte usw. des jeweiligen Landes geschickt in der Hoffnung, damit genügend Druck auszulösen, damit sie die politischen Gefangenen freilassen oder ein Verbrechen untersuchen lassen. Tatsächlich ist der Briefmarathon das Hauptmittel von Amnesty International, und zu jedem Fall werden weltweit alle Netzwerke von AI mobilisiert, sodass Tausende von Briefen abgeschickt werden können.